Zweig mit gefärbten Blättern
Im Bandweberhaus des Freilichtmuseums gefertigte Bänder

Schmiede aus Lindlar-Linde

Zwei Handwerke unter einem Dach

Der Schmied Heinrich Pohl erbaute diese Schmiede 1880 in Lindlar-Linde. Im Anbau befindet sich eine Stellmacherei. Die Werkstätten des Schmieds und des Stellmachers lagen oft nah beieinander oder sogar im gleichen Gebäude, da sich beide Handwerke in ihren Arbeiten ergänzten. Während der Schmied die Hufe von Ochsen oder Pferden beschlug, kümmerte sich der Stellmacher um die Wagen und Karren. Außerdem fertigten und reparierten sie gemeinsam landwirtschaftliche Geräte, Räder und Wagenaufbauten.

Aufgabengebiet des Schmiedes änderte sich

In den 1950er Jahren setzte ein grundlegender Wandel ein. Maschinen ersetzten Zugtiere und kleine Höfe gaben ihren Betrieb auf. Die Landwirtschaft brach als Hauptauftraggeber weg. In Folge dessen änderten sich die klassischen Aufgaben des Schmiedes. Der damalige Schmied, Willi Anhalt, spezialisierte sich auf die Bauschlosserei. Er fertigte Tore und Brückengeländer. Daneben reparierte er Landmaschinen und verkaufte Traktoren und Melkmaschinen.

Umzug der Schmiede in das LVR-Freilichtmuseum Lindlar

1995 übernahm das Museum die komplette Werkstatt und versetzte sie in ganzen Teilen ins Museum. Dadurch kann man auch heute noch echte Gebrauchsspuren, wie zum Beispiel den Ruß an der Decke, in der Schmiede erkennen. Mithilfe des Originalinventars wird hier nun die Zeit um 1950 präsentiert.

Erbaut 1880, kurz danach Anbau der Stellmacherei (rechts), um 1934 Erweiterung (links).
Wiederaufbau 1995 im LVR-Freilichtmuseum Lindlar

Der Schmied schmiedet das heiße Eisen mit einem Hammer am Amboss. Er trägt eine Lederschürze und im Hintergrund erkennt man das Schmiedefeuer

Schauen Sie unserem Schmied während der Handwerksvorführung zu.

Schwarz-Weißaufnahme: Die Schmiede an ihrem Originalstandort in Lindlar-Linde, 1930er Jahre

Die Schmiede an ihrem Originalstandort in Lindlar-Linde, 1930er Jahre.

Historische Schwarzweiß-Aufnahme um 1935: Der Stellmacher Heinrich Bosbach vor seiner Werkstatt. Er präsentiert ein selbstgefertigtes hölzernes Wagenrad, das so groß ist wie er selbst.

Der Stellmachermeister Heinrich Bosbach vor dem Eingang zu seiner Werkstatt, um 1935.

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