Zweige mit Schnee
Im Bandweberhaus des Freilichtmuseums gefertigte Bänder

Landwirtschaftliches Nebengebäude aus Rösrath-Großhecken

Ein zunächst unscheinbares Gebäude mit vielen Funktionen

Viele Funktionen auf wenig Raum vereint das im 19. Jahrhundert für eine kleine Hofstelle in Rösrath-Großhecken errichtete Nebengebäude: Backofen, Obstdörre, Apfelkrautpresse, Werkstatt, Ställe und Plumpsklo befinden sich im Erdgeschoss und der Dachboden dient als Scheune. In einer Nische steht witterungsgeschützt der Brunnen mit Handpumpe, der das Wasser für den gesamten Hof lieferte.
Das Gebäude ist ein gutes Beispiel für die Selbstversorgung auf dem Land um 1900. Nahezu alles, was zum Leben benötigt wurde, erzeugten die Bauern selbst.

Werkstatt und Ställe unter einem Dach

Die Werkstatt im Mittelteil des Gebäudes verfügt mit Werkbank, Schraubstock und Schneidbank über die Grundausstattung für Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten und ließ sich mit einem Kanonenofen beheizen. Links hinter dem Eingang zu diesem Bereich liegt der Verschlag für das Federvieh. Der Kuh- und Schweinestall für drei bis vier Tiere nimmt das rechte Gebäudedrittel ein.

Ziegelmauerwerk als Brandschutz beim Backen und Dörren

Obstdörre und Backofen sind im linken Gebäudetrakt untergebracht. Um die von diesen beiden Feuerstätten ausgehende Brandgefahr einzudämmen, bestehen die Wände hier aus Ziegelmauerwerk statt aus Lehmfachwerk. Mit dem Dörrofen lässt sich Kernobst zu haltbarem Trockenobst für den Winter verarbeiten. Die im Feuerkessel der Vorrichtung erzeugte Hitze strömt hoch in die Trockenkammer und entzieht den darin auf hölzernen Rosten ausgebreiteten Fruchtstücken die Feuchtigkeit – eine wirkungsvolle Konservierungsmethode.

Im Anbau wurde Obstsirup für die Bergische Kaffeetafel produziert

Der vorgelagerte Anbau beherbergt die Obstpresse. Diese kommt zum Einsatz, um aus Äpfeln und Birnen Saft zu gewinnen. Durch langes Kochen zu braunem Sirup eingedickt, entsteht am Ende Apfelkraut, wobei das Pektin der Früchte den Gelierprozess fördert. Der süße Brotaufstrich bereichert noch heute als unverzichtbare Leckerei die genussvolle Bergische Kaffeetafel.

Wand für Wand ins LVR-Freilichtmuseum Lindlar

Das Nebengebäude aus Rösrath-Großhecken wurde wie die Gaststätte Römer und die Schmiede Pohl/Anhalt wandweise ins Museum versetzt und zeigt die originalen Konstruktionsmerkmale – mit jedem schiefen Winkel.


Eine Station auf dem Themenpfad "Wasserwege" im LVR-Freilichtmuseum Lindlar

Hier finden Sie auch eine Station unseres Themenpfades Wasserwege. Testen Sie doch einmal selbst, wie mühsam und kraftraubend früher das Wasserholen war.


Erbaut im 19. Jahrhundert, Wiederaufbau 1998 im LVR-Freilichtmuseum Lindlar

Blick in den Dörrofen: auf den drei hölzernen Rosten ist klein geschnittenes Obst ausgebreitet, um getrocknet zu werden

Alles ist zum Dörren vorbereitet: Das klein geschnittene Obst ist auf den hölzernen Rosten ausgebreitet.

Eine Museumsmitarbeiterin bereitet das Obst für den Dörrofen vor und lässt die Besucher das Obst probieren.

Das Obst, das im LVR-Freilichtmuseum Lindlar geerntet wurde, wird für den Dörrofen vorbereitet.

Eine Ziegelmauer ist deutlich an einer Ecke des Fachwerkhauses zu erkennen. Sie dient als Brandschutz für den Raum mit dem Backofen

Als Brandschutz dient eine Ziegelmauer für den Trakt, in dem Backofen und Obstdörre untergebracht sind.



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