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Land - Frauen - Arbeit

in der Weimarer Republik

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Bildergalerie (zum Vergrößern Bild anklicken)

  • Plakat zu den Wahlen zur ersten deutschen Nationalversammlung
  • Näherinnen bei der Jagdgerätefirma Kind
  • Textilarbeiterinnen bei der Firma Baldus
  •  „Die Fräulein vom Amt“
  • Weibliche Arbeitskräfte bei der Firma Elektra
  • Bürstenherstellung
  •  Hebammenschule
  • Heuernte in Morsbach
  • Hutmacherinnen
  • Näherin
  • Schülerinnen
  • Hauswirtschaftsunterricht
  • Gruppenfoto einer Mädchenklasse
  • Kochunterricht

Ausstellung

Die Ausstellung „Land – Frauen – Arbeit in der Weimarer Republik“ wirft einen Blick auf die Lebensumstände, die Berufstätigkeit und die Bildungschancen von Frauen und Mädchen in den ländlichen Gebieten des Bergischen Landes in den 1920er Jahren. Der noch im Kaiserreich verordnete Lebensradius der Frau von „Kinder, Küche und Kirche“ wurde nun – zumindest in der populären Darstellung – durch „Konsum, Kino und Kultur“ ersetzt.

In der Weimarer Republik profitierte eine Mehrheit der Frauen von den gesellschaftlichen und politischen Veränderungen. Am 19. Januar 1919, durften Frauen in Deutschland bei den ersten Reichstagswahlen der Weimarer Republik zum ersten Mal wählen und - sich wählen lassen. Damit waren Frauen und Männer politisch gleichgestellt. Manifestiert wurde diese rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern durch die erste demokratische Verfassung im Jahr 1919. Alle Frauen, die älter als 20 Jahre waren, besaßen nun das Recht, aktiv und passiv an den Wahlen des deutschen Zentralparlamentes am teilzunehmen. Damit waren die jahrzehntelangen Forderungen und Kämpfe der Frauenbewegung und vieler Initiativen erfolgreich.

Doch wie haben sich die Lebensumstände der Frauen in der ländlichen Gesellschaft, durch die in der Weimarer Verfassung verbürgte gesellschaftliche Gleichberechtigung, konkret verändert? Der noch im Kaiserreich verordnete Lebensradius der Frau von „Kinder, Küche und Kirche“ wurde nun – zumindest in der populären Darstellung – durch „Konsum, Kino und Kultur“ ersetzt. Entsprach dieser Mythos der „Neuen Frau“ der Realität oder war dies nicht vielmehr ein klischeehaftes Bild, das bis heute zu Propagandazwecken in Szene gesetzt wird?

Die Ausstellung Land-Frauen-Arbeit geht diesen Fragen nach und betrachtet die politischen und gesellschaftlichen Aktivitäten, die Berufstätigkeit sowie die Bildungschancen von Frauen und Mädchen in den ländlichen Gebieten des Bergischen Landes - ein bislang in der Forschung wenig beachtetes Thema. Mitte der 1920er Jahre gingen bereits 30 Prozent der Frauen einer entlohnten Berufstätigkeit nach. Diese spezifischen Frauenberufe wie etwa Verkäuferin, Haushälterin, Fabrikarbeiterin oder Angestellte wurden schlecht bezahlt. Nur wenige Frauen arbeiteten als hochqualifizierte berufstätige Akademikerinnen.

Die meisten Frauen arbeiteten in der Landwirtschaft. Dort mangelte es an Ausbildungsmöglichkeiten. In den 1920er Jahren richteten die örtlichen Landwirtschaftsschulen erstmals Klassen für Frauen und Mädchen ein und ermöglichten so eine erste Grundausbildung. Diese manifestierte jedoch auch ihre traditionelle Rolle als qualifizierte Bäuerin, Hausfrau und Mutter.

Die angesprochenen Themen werden in der Ausstellung anhand einzelner weiblicher Lebensgeschichten veranschaulicht. Sie zeigt zudem auf, wie aktuell die Fragestellungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, zur gleichen Bezahlung oder zum Berufswahlverhalten junger Frauen gegenwärtig sind. Die Diskussion um die Gleichberechtigung der Geschlechter wird bis heute geführt und auch in Zukunft notwendig sein.

Die Ausstellung Land-Frauen-Alltag ist ein Teil des Kooperationsprojektes „100 jahre bauhaus im westen“. Es wird maßgeblich durch den Landschaftsverband Rheinland, den Landschaftsverband Westfalen-Lippe und das Land Nordrhein-Westfalen getragen. Außerdem ist die Ausstellung Teil des Themenjahres „Ganz viel Arbeit“, ein Zusammenschluss unterschiedlicher Bergischer Museen, die sich mit einem gemeinsamen Thema aus verschiedenen Blickwinkeln und Perspektiven auseinandersetzen.